Starke Schweizer Leistungen wurden nicht belohnt

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12.04.2019 07:50 Uhr

Andreas Anderegg, 12.04.2019
 
Das Wettkampfglück, das es auf dem Weg zu grossen Erfolgen auch immer braucht, war dem Schweizer Team beim ersten „Cologne World Boxing Cup“ in Köln nicht hold. Alle fünf Vertreter des SwissBoxingTeams mussten nach starken Leistungen den Ring als Verlierer verlassen.

v.l.n.r.: Andreas Anderegg, Sandra Brügger, Michael Sommer, Ukë "The Wolf" Smajli, Stephan Bernhard, Tiago Pugno, Attila Varga und Angel "Floyd" Roque

Auch wenn die Halbfinalkämpfe am Freitag ohne Schweizer Beteiligung stattfinden, so darf die Mission „Cologne Boxing World Cup“ für das Team aus der Schweiz durchaus als Erfolg gewertet werden. Denn sowohl Sandra Brügger (-60 kg) wie auch ihre vier Teamkollegen Uke Smajli (-81  kg), Angel Roque (-75 kg), Attila Varga (-69 kg) und Tiago Pugno (-57 kg) zeigten starke Leistungen.
 
Smajli spektakulär
 
Für einen spektakulären Abschluss des zweiten Wettkampftages beim „Cologne Boxing World Cup“ sorgte der Zürcher Halbschwergewichtler Ukë "The Wolf" Smajli (rechts im Bild) mit dem Kampf gegen Georgi Kushitashvili aus Russland. Bei diesem Kampf wurde von Beginn weg gefightet, was das Zeug hielt.



Dabei konnte der grösser gewachsene Russe den Zürcher zwei Mal gut am Kopf treffen, worauf der Schweizer angezählt wurde. Seltsamerweise blieb das Anzählen des Ringrichters allerdings aus, als Smajli seinerseits einen Volltreffer landete und sein Gegner sichtlich weiche Knie hatte. Nach Abschluss der drei Runden gab es schliesslich einen Punktsieg für den Russen.
 
Pugno beherzt
 
Zum Auftakt des zweiten Kampftages bot aus Schweizer Sicht der Tessiner Bantamgewichtler Tiago Pugno gegen den Deutschen Sharafa Raman eine beherzte Leistung. Mit einer offensiven Gangart machte Pugno von Beginn weg Druck, sein routinierter Kontrahent war allerdings ein versierter Konterboxer.



Auf diese Weise verschaffte sich Raman Vorteile, die in einem  Punktsieg für ihn mündeten.
 
Pech für Varga
 
Riesiges Pech hatte Attila Varga im Kampf gegen Magomed Schachidov (D). Bereits in der ersten Runde erlitt Varga, der offensiv in den Kampf gestartet war, bei einem Kopfstoss einen tiefen Cut über dem linken Auge.



Daraufhin brach der Ringrichter auf Anraten des Ringarztes den Kampf postwendend ab – der damit einem RSC zu Ungunsten des Schweizers endete.
 
Brügger stark
 
Sandra Brügger ihrerseits bekam mit der Finnin Mira Potkonen eine Gegnerin vorgesetzt, die von ihren über 200 Kämpfen gerade mal zwei Dutzend verloren hat. Gleichwohl zeigte die Baslerin wenig Respekt und hatte ihre besten Momente jeweils im offenen Schlagabtausch. Die Finnin ihrerseits kam bei Rundenbeginn stets zielstrebig auf ihrer Ecke und landete jeweils den resp. die ersten Treffer. Auf diese Weise lenkte sich ihr Sammeln von Punkten früh in die gewünschten Bahnen. Am Ende dieses Kampfes auf Augenhöhe hatte sie denn auch die Nase vorn.


 
Zum Auftakt des Turniers hatte der Zürcher Angel Roque am Mittwochabend dem Kubaner Oslay Iglesias Estrada ein attraktives Gefecht geliefert, wobei er diesem allerdings den Sieg nach Punkten überlassen musste.
                                                         
Russen und Chinesen mit Top-Vertretungen
 
Am Turnier in Köln sind insgesamt 167 Boxerinnen und Boxer aus 21 Nationen am Start, womit der „Cologne Boxing World Cup“ zu den am stärksten besetzten Turnieren in Europa zählt. Die Russen und Chinesen sind gar mit ihrer ersten Garnitur vertreten.
 
Starkes Team
 
Aus Schweizer Sicht darf man zufrieden sein mit dem Auftritt des Teams, was vor allem ein  Verdienst des Trainerduos Michi Sommer/Stephan Bernhard ist. Fazit: Die Zielrichtung stimmt, auf kommende Taten darf man gespannt sein. Mit den European Games im Juni in Weissrussland und dem SwissBoxing Nationen-Cup im September in Luzern stehen dabei im laufenden Jahr gleich mehrere wichtige internationale Termine im Kalender des SwissBoxingTeams.